Gestern war Halloween – heute bleiben wir noch gruselig. Denn der Oktober ist für mich der Auftakt zur spooky Season. Wer hier schon länger liest, weiß, dass ich es liebe, mich ab und an ein bisschen zu fürchten. Zumindest, solange ich dabei ganz gemütlich auf dem heimischen Sofa sitze und keine echte Gefahr droht. Ich hatte schon als Kind ein Faible für Geister und Gespenster und Rüdiger, der kleine Vampir war definitiv meine erste große Liebe. Ich meine, wer will schon einen Typ mit Porsche, wenn er einen mit Flugpulver haben kann? In meinen Teenagerjahren hatte ich dann eine Horrorfilmphase. Eingestiegen bin ich mit ‚Friedhof der Kuscheltiere‘ – heimlich geschaut mit ein paar Freundinnen. Später habe ich mit meiner Mutter die Klassiker geguckt. ‚Der Exozist‘, ‚Die Vögel‘, ‚Flatliners‘, ‚Der Weiße Hai‘, ‚Carrie‘, ‚Die Fliege‘. Oh, und irgendwas mit menschenfressenden Riesenameisen – das war wohl eher kein Klassiker und in meiner Erinnerung auch unfreiwillig komisch.

Als wir ‚Die Vögel‘ geschaut haben, ist dafür etwas wirklich Gruseliges passiert. Es klingt, als hätte ich es mir ausgedacht. Nachdem der Film zu Ende war, hörten wir ein komisches Klopfen aus dem Flur. Wir schauten nach und stellten fest, dass das Klopfen vom Oberlicht kam. Dort saß ein Vogel – ich glaube, es war eine Amsel (immerhin keine Krähe…) – und pickte gegen die Scheibe. Wer mich nicht glaubt, kann gerne meine Mama fragen.
Diesen Oktober zeigte sich der Horror im wirklichen Leben in Form von einer langen Krankheitsphase. Die habe ich dafür genutzt die Mutter-Kind-Horrorfilm-Tradition mit dem Erstgeborenen weiterzuführen und wir haben schniefend und hustend die Neuauflage von ‚Carrie’ auf Amazon Prime angeschaut. Dazu gleich mehr.
Was sonst noch so los war:
🍂Geschaut: ‚Carrie‘, die neue Serie. „Die Hölle, das sind die anderen“, das wusste schon Sartre und eine Menge Teenager werden es bestätigen können. Carries streng religiöse Eltern, die auch der ein oder anderen Verschwörungstheorie anhängen, haben die Tochter jahrelang von der Außenwelt abgeschottet. Nach dem Tod des Vaters braucht die Mutter jedoch dringend einen Job und Carrie muss auf eine Schule gehen. Dort zeigt sich, dass sich Stephen Kings Roman ganz großartig auch ins Handyzeitalter übersetzen lässt und nichts an Aktualität eingebüßt hat. King schrieb sein Erstlingswerk als Hommage an zwei Mädchen aus seiner Schulzeit, deren Leid, das sie durch Mobbing erleben mussten, er nicht vergessen konnte. Die Serie ‚Carrie’ ist so auch viel mehr Tragödie als Horror. Dazu passt auch, dass die Charaktere in der Serie nicht ganz so eindeutig gut oder böse sind, wie ich es noch aus der Verfilmung aus den 1970ern in Erinnerung habe. Hervorzuheben ist zudem die Hauptdarstellerin, die auch die übernatürlichen Szenen so selbstverständlich spielt, dass sie gar nicht so übernatürlich wirken. Von mir also eine klare Empfehlung für verschnupfte Herbstabende.


🍂Gelesen: ‚Das Geheimnis von Shadowbrook‘ von Susan Fletcher. Ein altes Herrenhaus mit einem mysteriösen Hausherrn, ein fehlendes Grab, ein Spuk? Der mystische Teil dieser Geschichte ist jedoch nur die Fassade, hinter der ernste Themen verhandelt werden. Zeitlich bewegen wir uns am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Wir begleiten die junge Clara Waterfield kurz nach dem Tod ihrer Mutter nach Gloucestershire. Dort soll die junge Botanikerin mit der Glasknochenkrankheit für einen gewissen Mr. Fox ein Gewächshaus mit exotischen Pflanzen bestücken. Doch irgendetwas stimmt nicht mit diesem Haus und mit Mr. Fox und Clara, hartnäckig und rational, wie sie ist, versucht, den Dingen auf den Grund zu gehen.
So ganz warm bin ich mit dem Buch und seinen Bewohnern nicht geworden. Keiner der Hauptcharaktere war mir wirklich sympathisch, auch wenn mir die unkonventionelle Art der Protagonistin gefiel. Zudem dauert es, bis die Handlung in Gang kommt. Vor allem die erste Hälfte des Buchs empfand ich als sehr langatmig. Zwischenzeitlich war ich sogar kurz davor, aufzugeben, doch die Neugier hat gesiegt. Grundsätzlich fehlte es mir an Spannung und am erwarteten Gruselfaktor. Ich hatte zuvor ein anderes Buch von der Autorin regelrecht verschlungen, daher war ich im Großen und Ganzen ein wenig enttäuscht. In Sternchen ausgedrückt würde ich sagen: 3 von 5.

🍂Gelernt: Der wahre Horror in unserem Haus scheint für einen Teil meiner Familie im Gemüsefach zu lauern. Es gleicht einer Büchse der Pandora, die besser nicht geöffnet wird. So war eine Packung Milchschnitte, die sich unter den Salat verirrt hatte, nach einer Woche noch nicht leer, ja, noch nicht einmal angebrochen. Jetzt weiß ich jedenfalls, wo ich die Weihnachtsgeschenke deponiere! Zumindest die kleinen. Und da ja nun der November da ist, lohnt es sich ja durchaus schonmal ein bisschen für Weihnachten vorzuplanen.


Auf Wiedersehen Oktober, hallo November!
Worauf ich mich im November freue:
💫Eine Fahrt nach Berlin
💫Einen Nachtspaziergang mit Leoniden-Meteorschauer: Jedes Jahr im November ist der Sternschnuppenstrom zu beobachten. In der Nacht vom 17. auf den 18. November soll er in diesem Jahr seinen Höhepunkt erreichen. Also Wachbleiben und ein paar Wünsche parat halten…
💫Nebelspaziergänge mit Fotoapparat
Und ihr so? Was hat euch im Oktober am meisten gegruselt? Und worauf freut ich euch in den kommenden Wochen?




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