Kleine Geschichten aus der Oberpfalz und dem Rest der Welt
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Hallo! Ich bin Michaela. Ich lese Geschichten, ich schreibe Geschichten und Fotos mache ich auch. Willkommen in meinem Kaninchenloch. Schön, dass du hier bist!
Eine meiner liebsten Sagengestalten ist die Frau Holle. Denn hinter der Figur, die wir aus dem gleichnamigen Grimm-Märchen kennen, hinter der gestrengen Alten, die das fleißige Mädchen belohnt und das faule straft, steckt eine weitaus facettenreichere Persönlichkeit. Als alte Frau erscheint die Perchta, wie sie auch genannt genannt wird, ohnehin nur in den kalten Wintermonaten. Im Frühjahr trifft man sie als junges Mädchen und im Sommer als erwachsene Frau. Mal lebt sie in Bäumen und mal in tiefen Seen. Mit ihrem Spinnrad spinnt sie mit den Nornen die Schicksalsfäden. Und in den Rauhnächten fegt sie als Wintergöttin mit der Wilden Jagd durch die Nacht. Mein #sagenhaftersonntag widmet sich darum heute der Frau Holle mit einer kleinen, feinen Geschichte, die weit weniger bekannt ist, als die um Goldmarie und Pechmarie.
Der Oktober. Mit Bildern. Mein Monat bebildert – das habe ich nun schon lange nicht mehr gemacht. Zuletzt im März. Seither war viel zu tun und die Wochen sind nur so verflogen. Wir sind umgezogen, ich habe viel gearbeitet, obwohl der Krümel erst seit Mitte September wieder in den Kindergarten geht. Das hat unglaublich viele Abende gekostet. Und Nerven. Die Augenringe haben Augenringe, aber es hat auch unglaublich viel Spaß gemacht. Denn nach den Lockdowns kamen die Ausstellungen, die zuvor abgesagt wurden. Und so konnte ich nun unter anderem für eine Ausstellung im Ostseestädtchen Barth die Sage um Vineta – das Atlantis der Ostsee – aufbereiten. Davon ein andermal mehr…
„Man kann sich ein Haus kaufen, aber kein Zuhause“, so oder ähnlich hat es einmal ein kluger Mensch ausgedrückt. Ich hoffe, uns ist in diesem Monat beides gelungen. Denn wir haben es gefunden – unser Haus – und zugeschlagen. Mir ist tatsächlich noch nie eine Entscheidung so schwer gefallen wie die, ob wir ein Haus kaufen sollen oder nicht. Nicht einmal die Entscheidung für eine Familie, die mein Leben sicher am stärksten beeinflusst hat. Das mag komisch klingen. Doch: meine Kinder und meinen Mann liebe ich über alles, darum fällt es mir nicht schwer, für sie Kompromisse zu schließen, auf Schlaf zu verzichten, ihnen alle Zeit der Welt zu schenken, Wut, Trauer, Frust aufzufangen auszuhalten, Sorgen zu tragen. Doch für ein Haus? Wo ich sowieso grundsätzlich gerne unabhängig von materiellen Dingen bin (oder mir dies zumindest gerne einrede)? Doch die Entscheidung für dieses eine bestimmte Haus war dann gar nicht schwer. Denn da war dann doch auch ein bisschen Liebe dabei. Ich liebe es, dass man vom Dachbodenfenster aus den Kirchturm sieht. Ich liebe die geschwungene Holztreppe. Und die riesige Küche. Und dann der Bollerofen im Wohnzimmer. Ich sehe mich an lauen Sommerabenden auf der Veranda mit einem Glas Wein sitzen. Und ich sehe mich in der Werkstatt wurschteln. Klar, diese Liebe ist gar nicht zu vergleichen mit der für meine Lieblingsmenschen, aber sie ist mehr als groß genug, um ein altes Gemäuer mit Leben und schönen Erinnerungen zu füllen. Ich denke also, aus diesem Haus wird ein Zuhause werden und ich freu mich darauf.
Nun, wo die ersten Sonnenstrahlen sogar unseren Krümel wieder nach draußen locken, freue ich mich darauf, wieder die Wälder der Umgebung unsicher zu machen. Besonders liebe ich die vielen kleinen und großen Flussläufe, die es hier in der Gegend gibt – vor allem die mit den großen Steinen, über die man so wunderbar klettern und springen kann (nasse Füße müssen eingeplant werden). Zu den großen Steinen im Fluss Regen gibt es sogar eine Geschichte, die ich euch an diesem sagenhaften Sonntag nicht vorenthalten möchte.
Zu dieser Zeit des Jahres kommt es mir ja immer ein klein wenig so vor als hätte die Natur einen Kater. Da hat sie sich an den Farben des Sommers berauscht, den Herbstnebel inhaliert und sich schließlich unter eine Decke aus Schnee verkrochen, um auszuruhen. Und nun liegt sie da. Grau matschig, langsam erwachend. Bis irgendwann die ersten Blüten zu entdecken sind, sie sich einmal kräftig schüttelt, alles gerade rückt und ein wenig frische Farbe bekommt. Und während es zu Beginn dieses Monats noch bitterkalt war, lässt sich nun der Frühling bereits erahnen.
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