Kleine Geschichten aus der Oberpfalz und dem Rest der Welt

Den Frühling beschwören – mit selbstgemachtem Eierlikör und bunten Eierbechern

Nachdem wir schon im T-Shirt draußen saßen und uns die Sonne ins Gesicht scheinen ließen, mussten wir zwischenzeitlich wieder den Ofen anschmeißen und es regnete Hunde und Katzen. Außerdem kam ein Familienmitglied gefühlt alle paar Tage mit einem neuen Infekt an. Das war die also die beste Zeit, den grauen Wolken und der schlechten Stimmung mit Leckereien und bunten Farben die Stirn zu bieten. Zum Glück ist ja bald Ostern und da bietet es sich doppelt an, neue Rezepte auszutesten und fade Dinge zum Leuchten zu bringen.

Mein erster selbstgemachter Eierlikör

Eierlikör wollte ich schon lange einmal selber machen. Bisher dachte ich jedoch, das wäre ein ziemlich aufwändiges Unterfangen. Als ich jedoch endlich einmal mit der Rezeptsuche losgelegt habe, stellte ich fest, dass so ein selbstgemachter Eierlikör eigentlich ganz schnell und einfach zubereitet ist. 

Man nehme:

  • 8 Eidotter
  • 280 ml weißer Rum
  • 280 ml Sahne
  • 250 g Puderzucker
  • Mark einer Vanilleschote (Von der Vanilleschote kommen auch die „Flecken“ in der Flasche – das ist kein Dreck ;))

Theoretisch muss man den Eierlikör nicht einmal erhitzen. Der Alkohol soll sämtlichen Salmonellen den Gar aus machen. Daher genügt es, die Eidotter und den Zucker cremig zu mixen. Anschließend werden der Rum, das Vanillemark und die Sahne hinzugegeben und alles wird noch einmal gründlich durchgemischt. 

Weil ich aber sehr penibel bin, wenn es um rohe Eier geht, habe ich mich für die Methode mit Hitze entschieden. Zudem hält sich der Eierlikör dann auch länger (im Kühlschrank etwa vier Wochen). Ich habe also alle Zutaten vermischt und in einer Schüssel über einem Wasserbad erwärmt. 70 Grad über 10 Minuten und Salmonellen haben keine Chance. Bei mir wurde es aufgrund eines kleinen Missgeschicks sogar noch etwas heißer. Ich wollte die Flaschen zum Abfüllen im Backofen sterilisieren, habe aber vergessen, die Bügelverschlüsse vorher zu entfernen – und die Verschlüsse waren wohl nicht aus Porzellan… So haben wir jetzt zwei Flaschenkunstwerke mit zerlaufenen Verschlüssen. Sie erinnern mich ein wenig an Dalis berühmte Uhren. Hübsch, symbolträchtig, aber nutzlos. Zum Gück hatte ich noch eine Reserveflasche da, habe jedoch über das Malheur den Likör im Wasserbad vergessen, bis er mit einem leisen Blubbern auf sich aufmerksam machte. Nun ja, der Likör ist nun etwas dickflüssiger als gewünscht, aber ich finde ihn superlecker!

Tipp: Aus dem Eischnee kann man ganz wunderbar Baiserküsschen zaubern. Mit ein wenig Zitrone schmecken diese auch ganz österlich und frühlingshaft. Ich habe mich allerdings aus Gründen der Faulheit für ein Eiweiß-Omelett entschieden.

Und noch ein Tipp: Meine Lieblingsschwester wies mich darauf hin, dass es eine gute Idee ist, auf ein Gläschen Eierlikör einen Hauch Kaffeepulver zu streuen. Was soll ich sagen? Es ist wirklich eine ziemlich gute Idee.

Kneten statt Pusten

Ich tue ja alles, um mich davor zu drücken, Eier auszupusten. Ganz ehrlich – ich hasse Eierauspusten aus tiefstem Herzen. Und wenn meine Kinder dann meine mühevoll unter Einsatz meiner Lungen ausgepusteten Eier lust- und lieblos mit drei Farbkleksen verzieren, dann frage ich mich nur noch: Warum?! Die Ironie des Schicksals will es nämlich, dass ausgerechnet ich als eingeschworene Basteltante zwei Bastelmuffel bekommen habe. So war ich sehr froh, über eine Idee, die leider nicht meine eigene ist, auch wenn ich sie gerne selbst gehabt hätte: Bei We like Mondays stolperte ich über aus Modelliermasse geformte und bunt bemalte Eierbecher.  Und mit Kneten und Klecksen locke ich sogar meinen bastelmuffeligen Erstklässler hinterm Ofen hervor.  

Man nehme:

  • Lufttrocknende Modelliermasse
  • Eine Kerze in Eiform
  • Acrylfarben
  • Pinsel

Zunächst haben wir eine Kugel aus der Modelliermasse gemacht, diese in die gewünschte Form gebracht und dann mit der Eierkerze eine Kuhle hineingedrückt. Weil die Modelliermasse beim Trocknen etwas schrumpfen kann, sollte die Kuhle ruhig ein bisschen größer ausfallen. Nach etwa 24 Stunden sind die Becher bereit zum Bemalen.

P.S.: Die Frühlingsbeschwörung hat übrigens ganz hervorragend funktioniert. Inzwischen freuen wir uns wieder über T-Shirt-Wetter!

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