Ein bisschen Feenstaub für deinen Alltag

Der Oktober – ähm – Juli. Mit Bildern.

Der Sommer, der ein Herbst war. Der kleine Sommer möchte bitte aus dem Herbst abgeholt werden. Zu diesem Juli fällt mir rückblickend so einiges ein, nur nicht viel Sommerliches. Ich würde jetzt gerne von romantischen Spaziergängen über Wildblumenwiesen bei Sonnenuntergang erzählen – aber die sind ins Wasser gefallen. 

Hier herrscht seit Wochen Dauerregen. Ich habe Suppe gegessen, Kakao getrunken und am frühen Abend Kerzen angezündet. Ich habe aber auch gut geschützt, weil überdacht, auf unserem Freisitz gesessen, während es wie aus Eimern schüttete. 

Was sonst noch so los war:

Gelesen: Seit mir eine Freundin 2010 Volker Kutschers „Der nasse Fisch“ zum Geburtstag geschenkt hat, begleite ich Kommissar Gereon Rath durch seine Fälle und die Irrungen und Wirrungen der 1920er und 1930er Jahre in Deutschland. Nun habe ich endlich den letzten Band der Reihe gelesen. Dieser lässt mich zwiegespalten zurück. Die geschichtlichen Details fand ich richtig spannend – ich liebe es, wenn Historiker Fiction schreiben. Volker Kutscher hat es hervorragend geschafft, mich in das Jahr 1938 hineinzuziehen und diese Zeit des Schreckens vor meinem inneren Auge zum Leben zu erwecken. Leider musste ich feststellen, dass viel zu vieles, was im Buch das Treiben der Nationalsozialisten beschreibt, auch heute wieder salonfähig ist. Allein die Veränderung der Sprache, die Verwendung bestimmter Euphemismen… Das ist natürlich nicht der Grund, aus dem Das Buch von mir nicht die volle Punktzahl bekommt. Gestört hat mich, dass der Titel „Rath“ etwas irreführend war. Zum einen trug Kommissar Rath in diesem Band absolut nichts zur Haupthandlung bei. Das allein muss ja nicht unbedingt schlimm sein. Hat für Indiana Jones in „Jäger des verlorenen Schatzes“ ja auch prima funktioniert. Schlimmer fand ich, dass ich mich immer wieder fragen musste, warum der Herr Rath überhaupt da ist, wo er ist und warum er tut, was er tut. Sein Verhalten entbehrte für mich jeglicher Logik. Und in Bezug auf das Ende des Buches bin ich mir noch nicht sicher, ob dem Autor ein genialer Schachzug gelungen ist oder ob er einfach nur keine Lust mehr hatte, noch weiterzuschreiben.  

Gehört: Den sechsteiligen Podcast „Die Peter Thiel Story“ vom Deutschlandfunk. Erschreckend erhellend und wirklich gut recherchiert und aufbereitet. Sollten sich alle anhören, die denken, die Einführung von Palantir in Deutschland sei eine gute Idee. Außerdem hat mich der Podcast auf den Plot für eine Dystopie gebracht: Einem Tech-Milliardär – nennen wir ihn Dieter Schmiel – gelingt der Durchbruch in Sachen Altersforschung. Er findet einen Weg, Menschenleben um Jahrhunderte zu verlängern. Das kostet natürlich einiges und nur die Reichsten der Reichen können sich diese Methode zu Nutze machen. (Wer jetzt sagt, dass das ungerecht ist, ist wahrscheinlich einfach nur neidisch.) 300 Jahre in der Zukunft regieren dann von ihrer Mars-Kolonie aus Ronald Grump, Wladi der Große, Elan Muff und noch ein paar weitere extrem alte, extrem reiche Typen die Erde – halb verfallen, aber mächtig wie nie. Niemand weiß mehr so genau, wann „die Großen Greise“, wie sie auf der Erde hinter vorgehaltener Hand genannt werden, das Zepter an sich gerissen haben. Auf den Mars gezogen sind sie erst, als bereits 20 Prozent der Erde unbewohnbar waren und sich leiser Widerstand im Volk gegen sie regte. Einmal im Jahr wird seither eine Verlosung unter allen 16-jährigen Erdlingen abgehalten. Man denkt, dies sei ein Glücksfall und es könne nur besser werden auf dem Mars. Doch eigentlich brauchen die Großen Greise nur frisches Blut für ihre lebenserhaltenden Transfusionen… 

Geliebt: Ein weiteres Schuljahr ist vorbei. Das große Kind kommt im September schon in die Oberstufe. Das macht mich auf der einen Seite ein wenig traurig und wehmütig. Die Uhr tickt lauter. Die Zeit, in der wir alle vier täglich – oder zumindest fast täglich – zusammen sind, ist bald vorbei. Aber auf der anderen Seite sehe ich, wie großartig meine Kinder und ihre Freunde sich entwickeln. Ich liebe es, dabei sein zu dürfen, wenn sie immer selbständiger werden, zu sehen und zu hören, was sie interessiert und antreibt. In jedem Fall habe ich den festen Vorsatz, diese Sommerferien ganz besonders zu genießen – ganz egal, wie anstrengend auch manchmal die Gleichzeitig von Arbeiten mit zwei Kindern zu Hause sein mag. Mal schauen, ob ich den Vorsatz gut umsetzen kann – drückt mir die Daumen.

Gelernt: Höhlenbären waren Vegetarier. Solltet ihr also einem verirrten Urzeitbär begegnen – habt keine Angst. Er will euch nicht fressen, der will nur spielen.

Gemacht: Linsensuppe mit Kokosmilch. Für alle, die in diesem Herbstsommer auch eine leckere Suppe zu schätzen wissen, kommt hier das Rezept:

  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 TL Ingwerpulver oder ein großes Stück frischer Ingwer
  • 3 TL Kurkuma
  • 2 TL Garam Masala
  • Chiliflocken oder noch besser 1 Messerspitze Hellfire
  • 1 Mohrrübe
  • 250 g gelbe Linsen
  • 400 ml Kokosmilch
  • 1 l Gemüsebrühe
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack
  • Kokosöl

Zwiebel, Knoblauch und Möhre klein Würfeln. Anschließend Zwiebel und Knoblauch im Kokosöl anschwitzen. Die Gewürze dazugeben und verrühren bis alles lecker duftet. Danach mit Brühe ablöschen, Karotte und Linsen (bei den Linsen das Waschen vorher nicht vergessen) zugeben. Kokosmilch zugeben. Alles gut verrühren und dann etwa 15 Minuten köcheln lassen. Wer es feiner mag, kann die Suppe pürieren. Ich finde es besser, wenn es ein bisschen eintopfartig bleibt. Zum Schluss noch mit Salz und Pfeffer verfeinern. 

Lasst es euch schmecken und kommt gut in den August!

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